Chemische Abhängigkeit. Konzept der Krankheit. / Medizinzentrum „Polinar“, drogenabhängigkeit, drogenbehandlung, behandlung, medical centre Polinar Odessa

Chemische Abhängigkeit. Konzept der Krankheit.

Die chemische Abhängigkeit ist ein kompliziertes medizinisches Problem, das zu Grunde das „addiktive“ Drogenverhalten hat, als Äußerung der bereits vorhabenden Abhängigkeit und nicht ihre vornosologische Periode. Zahlreiche Begleiterscheinungen bzw. pathologische Erscheinungen als Resultat des addiktiven Verhaltens – toxikologische, neurologische, somatische, psychologische, soziale u. a. –sind in einem bestimmten Zusammenhand zu betrachten. Das psychologische und toxikologische Herangehen, die heutzutage bei dem Versuch die Drogenpathologie zu erfassen, dominieren, bilden das Verhalten gegenüber unseren Patienten heraus, als ob die Menschen mit der im Grunde genommen normalen Psyche seien, die bloß in eine ungünstige toxikologische Situation geraten sei. Nach dieser Logik braucht man nur den Kranken zum nüchternen Zustand zu bringen bzw. das Entzugssyndrom zu beseitigen, dann „argumentiert“ mit ihm über seine „Irrtümer“ reden, seine psychologische Verteidigung zu überwinden und er hört sofort mit der Narkotisierung auf. Bei solchem herangehen wird die chemische Abhängigkeit nicht als Krankheit betrachten, sondern eine gewisse toxikologisch bedingte „schlechte Gewohnheit“.

In unserer Klinik wird das Konzept der chemischen Abhängigkeit nicht als Resultat der „neuromediatoren Katastrophe“ (Katecholamin-Theorie der Entwicklung der chemischen Abhängigkeit), nicht als Pathologie, die mit der „Epileptisierung“, schwerer Organik, als Paroxism realisiert, angesehen. Wir verstehen, dass das psychopatische Kernsyndrom – narkomanische Dominante zu Grunde beliebigen Abhängigkeit liegt. Die Drogendominante kann man als pathologische Funktionsstruktur (System) bezeichnen, die aus spezifischen und nicht spezifischen psychopathologischen Phänomenen besteht. Die charakterisieren Pathologie des Bewusstseins, der emotionalen, intellektuell-mnestischen, Willensbereiche und andere Sphären der psychischen Tätigkeit im Rahmen der spezifischen Denkstörungen, was zu den standhaften Formen des nicht richtigen narkomanischen (addiktiven) Verhaltens führt.

Das addiktive Verhalten ist keine Folge der schlechten Laune, keine Modeerscheinung bzw. „Forderung der Subkultur“, es ist nicht durch kommunikative Probleme und andere Besonderheiten des Charakters und der Persönlichkeit bedingt, das ist kein psychologischer Schutz, keine „psychologische Anpassung“ zur sozialen Umgebung – das ist eine Krankheit, die in der Periode der Manifestation diese Aussagen nicht „beachtet“, und zu ihrem Grund die Psychopathologie hat.

Die Psychopathologie ist das Auftreten der psychischen Krankheit, letzterndes – standhafte und nach einem bestimmten krankhaften Szenario programmierte Reaktion des Organismus auf die Noxe, die als Modell des kranken regelwidrigen Verhaltens mit der bestimmten Symptomatik begleitend, realisiert wird. Unsere Erfahrung zeigt, dass solche klinische Interpretation des Wesens des Syndroms der chemischen Abhängigkeit das Problem widerspiegelt und bei der Erarbeitung des Programms für unseren Patienten nicht nur für die erste, Entzugsphase, sondern auch für die Restitutionstherapie wichtig ist.

Es gibt keine Fatalität im Problem der beliebigen chemischen Abhängigkeit, das Problem liegt im Verständnis, Herangehen und Hilfeleistung.